69 BPM

Review-Archiv – V

Neue Reviews

Rapresidentz &ndash Zum Greifen nah (2006/Rough Trade) Vorschau

Kollegah – Boss der Bosse (Selfmade Rec./09.06.2006) Vorschau

Plaetter Pi – Führt mich zum Schotter (2006 Big Bud) Vorschau

Sprachtot – Warum noch ein Mixtape? – Aus Freunden werden Feinde Vorschau

B-Lash – Regen (Adrenalin / Beatillz 2005) Vorschau

Vit-Armin B – Dick und Dope (DOPEnt. 2006) Vorschau

Southside Records presents – Fickt Deutschland Volume 1 (2006 Soutside Records)

Peter P. – Geschichten aus der Stadt (2005 Blueblunt)

See – Salut fr Berlin (2005 Teroa Label)

100 GRap– Blackbox EP (2005 100 Grap) Vorschau

Taktloss & MC Basstard – Dogma: Gegen die Zeit (Fick die Biaaatch/2005) Vorschau

Dj Muggs & GZA The Genius – Grandmasters Vorschau

MOK – Musik oder Knast (2005/Sektenmuzik) Vorschau

MC BOGY – Geballte Atzenpower (BerlinCrimeEntertainment 2005) Vorschau

Vit-Armin B – Dick und Dope (DOPEntertainment 2006)

Vit-Armin B, Spitter Sportler und mehrfacher Freestyle-Battle-Gewinner, ist nun Dick und Dope am Start, zeigt erneut sein Reimtalent und ganz nebenbei seine Fähigkeit, gute Beats zu produzieren. Als wenn das nicht genug wäre, liegen auch Label und Vertrieb in eigener Hand.

Von außen betrachtet wirkt die CD im Slim-Case tatsächlich mehr als Street-Mix-Tape, denn als Album. Neben den wichtigstens Informationen zur vorliegenden CD gibt es reichlich Text, der im weiteren Sinne als Werbung erkannt wird. Sei's drum, hören wir doch mal rein.

Wer Vit-Armin B als Battle-MC kennt und liebt, wird zufrieden sein und nicht enttäuscht werden. Wer ihn nur als Battle-MC kennt, wird eines Besseren belehrt. Der große inhaltliche Bogen fehlt zwar (noch), aber für sich genommen bieten viele Tracks wertvollen Rat für alle Lebenslagen. Ob Beziehungsprobleme mit dem anderen Geschlecht oder Streß mit Freunden - Da ist jemand, der seine Erfahrung gemacht hat und sie mittels Musik transportiert. Das eine oder andere Mal mag man widersprechen (Das Gewissen fällt meist das Urteil zum Tode), an anderer Stelle ist man überrascht, worauf er sich bezieht (z. B. Schlafes Bruder). Insgesamt jedoch entsteht eine Vertrautheit zwischen Hörer und Interpret.

Club-fähige Tanzflächenfüller finden sich genauso wie straighte Battle-Tracks. Für Abwechslung sorgen clever gestaltete Skits. Bis auf eines, was vielleicht zu sehr für Insider ist (am besten selber hören, worum es geht). Noch mehr Spaß macht die Auswahl der Gäste. Alle passen hervorragend mit Vit-Armin B zusammen, besonders fällt der Titel "Die Scene" mit Tomzda auf, aber auch die Magdeburger Gäste müssen sich nicht verstecken.

Musikalisch und inhaltlich ist wirklich alles bestens auf diesen beinahe 80 Minuten (!). Da stimmt es umso trauriger, dass das 'Drumherum' (graphische Gestaltung, Mastering) das gesteckte Niveau nicht halten kann. Abschreckend ist das jedoch nicht, schließlich kommt es auf die inneren Werte an und vielleicht ist das die Botschaft dieser CD. Man darf gespannt sein und sich freuen auf Vit-Armin Bs erstes echtes Album seit "Headzjagd". Für dieses Mal blieb der ganz große Wurf noch aus, aber die Richtung ist eindeutig und zeigt nach oben.

Southside Records presents – Fickt Deutschland Volume 1 (2006 Soutside Records)

Es gibt mal wieder Musik für Lau. Auf www.ficktdeutschland.de gibt es einen Sampler der unbekannteren Künstlern mal ein Sprachrohr bietet. Der Name ist Programm, es geht nach Parole: Neue MCs brauch das Land. So gibt es 19 Tracks + etliche Bonustracks auf Beats von Meikie und jeder Menge unbekannter Rapper mit Vit-Armin B als regionaler Beteiligung.

Die Beats sind nahezu alle ziemlich dicke Synthiebeats die zwar ziemlich Innovationsarm sind, dennoch sehr gut produziert und hörbar. Und was wird in dem Sampler berappt? Wie solls auch anders sein, die meisten auf dem Sampler sind besser als der Rest und auch sowieso wird viel gebattled und represented. Das passt zum Gesamtbild des Samplers und ist auch der Sinn der Sache. Die Rapper sind nicht alle erste Sahne dennoch sind einige Perlen auf dem Sampler und man sollte sich mal vom "Nachwuchs" beschallen lassen. VABs Track ist ein ehrlicher Track übers Biz in Doubletime, auf jeden Fall einer der besseren Tracks auf dem Album. Ansonsten sind S-clusives, Choize oder Young Mic auch gut hörbar.

So hat man einen Rookie Sampler mit teilweise ziemlich fetten, aber zum andern teil auch weaken Tracks. Dennoch er ist Gratis und man sollte den Leuten ein Ohr schenken. Auf jeden Fall eine geile Aktion soviele verschiedne MCs auf einen Gratis Sampler zu holen und den Download definitiv Wert

www.ficktdeutschland.de.

Se-Pimp-El

Various – Harzquartz Sampler (2005 harzquartz.de)

Various - Harzquartzsampler

So, da ist er, der erste Harzquartz Sampler den es glatt mal umsonst zum Download gibt und zwar auf www.harzquartz.de. Harzquartz ist ein Online-Mag, eine Community und eine Bookingplattform für Rapacts aus ganz Deutschland.

Dementsprechend ist das Album voll mit Liedern von den Harzquartz Jungs (Agressive Attack, U-Kingz, VAB, Taktik etc.) und ein paar Gästeauftritten (Sprachtot, Chrizzow, Keim etc.). Der Sampler ist mit 20 Tracks gut gefüllt. Und es wird Battlerap in allen Arten und Variationen geboten. Die Beats sind abwechslungsreich jedoch nicht immer wirklich gut, was auch auf die Künstler zutrifft. So ist das Gebotene durchwachsen und es ist für alle Geschmäcker was dabei. Die meisten Tracks sind ganz gut produziert und auch vernünftig gemastert, obwohl klare Unterschiede zu hören sind, was sicherlich daran liegt das viele Producer und viele verschiedene Aufnahme-Praktiken aufeinander prallen.

Dennoch ist es ein solider Sampler auf dem auch einige Perlen zu finden sind. Es gibt sicherlich wesentlich schlechtere Rapper in Deutschland als die gehörten. Auf jeden Fall anhören solltet ihr euch die Cyphersuit, Pillah K, Taktik Crew und Vit-Armin B, welche die meiner Meinung nach die besten Tracks für den Sampler bereit gestellt haben. Und, hey, ihr kriegt 20 Tracks GESCHENKT!!! Also Bandbreite frei machen und auschecken!!!

sepimpel

V. A. – Unser Block (BMG/2005)

V. A. - Unser Block (BMG/2005)

Hip Hop Don't Stop! So simpel wie diese Phrase vielleicht klingen mag, die mir hier vorliegende CD belegt ein weiteres mal, dass HipHop in Deutschland nunmehr eine feste Größe gewurden ist. Zusammengestellt vom "King of Rap" Kool Savas, bietet die Compilation "Unser Block" zur gleichnamigen Serie eine Menge Erfrischung, für den durstigen Rap-Fan. Angefangen mit dem von Melbeatz produzierten "Kein Weg zu weit", auf dem die Hauptprotagonisten der VIVA-Reality-Soap sich die Ehre geben, wird schon deutlich das man hier so etwas wie einen Wegweiser vor sich hat. Hymnenhaft erklären Serk,She-Raw und Amun, dass sie alle ihre Ziele erreichen wollen und vorallem auch werden, auf jedenfall ein Track der hängenbleibt. Mit Ercandizes "Terrorist" folgt gleich die nächste Bombe, welche in Anbetracht dessen nach noch 2 Mixtapes sowie ein Album auf uns warten, einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Es folgen einige schwächere Tracks (Lumidee,Sinan), bis der nächste Nackenknacker von Grand Agent folgt. Textlich vielleicht nicht das beste aller Zeiten, aber ein traumhafter Beat. Alle Vorzüge hier aufzuzählen würde viel zu weit gehen, auf jedenfall, bietet die Compilation grandioses Kino. Für alle, die sich bisher noch nicht so mit der deutschen Szene beschäftigt haben, zu empfehlen, zwar bekommt man nicht alles geboten, was draussen grad hot ist, aber auf jedenfall einen guten Ausschnitt davon!

FauAhBee

Visionaries – Pangaea (LP, Up Above Records, 2004)

Wie beschreibt man am besten den "Good Old Californian Style" ? Wahrscheinlich mit Snoop Dogg, Dr. Dre und anderen Größen der Westküste. Oder aber mit den VISIONARIES. Pangaea heißt das mittlerweile dritte Album von KeyKool, LMNO, 2Mex, Dannu, Zen und DJ Rhettmatic. This is da hot shit! Denn dieses Teil brennt sich schon beim ersten Anhören ein in die Gehörgänge! Typisch kalifornischer Sound, schmoothe Lyrics und dope Beats. Aber auch erstklassige Features wie der Dilated Junkie DJ Babu, J Rocc und DJ Melo D von den Beat Junkies, sowie die Living Legends machen Pangaea zu einem wirklich gelungenen Album, fernab von all dem Bling Bling, Hustling und dem Bootyshaking. Nein, clubtauglich ist wohl keiner der Tracks auf Pangaea. Hier geht es vielmehr darum, die Augen mal aufzumachen und über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken. Nine Eleven ist zum Beispiel so ein Track, der sich, sehr gesellschaftskritisch, mit dem weltweiten Geschehen und den Vorgängen im eigenen Land auseinandersetzt. "US imperialism is global terrorism…"

Schon der Name des Albums und der gleichnamige Track verraten viel über eben diese Ansichten der Visionaries. Pangaea als Symbol für einen Ort, ein Land des Neuanfangs und des Guten, der jedoch durch das Verhalten seiner Bewohner zerstört wird. "We started as one, then we drifted..." If you can't say love steht für ein weiteres wichtiges Element der Visionaries, das auf Pangaea thematisiert wird. Es geht darum, Liebe zu zeigen und Liebe zu geben, und das Haten zu beenden.

Da haben wir schon zwei der zentralen Aussagen der Platte: "Teach love!" zum einen, und "Schließ die Augen und fang an, zu sehen." zum anderen. Sight for sore eyes!   Und das ganze gut verpackt in sehr deutlichen Raps und fesselnden Instrumentals; die von Rhettmatic & Co gebauten Beats tun ihr übriges. Meiner Meinung nach also ein sehr geiles Album, das zeigt, worum es beim HipHop eigentlich geht – Styles und Skills, also seine Gedanken gekonnt in Melodie und Wort zu kleiden.

Peace! (mt 29.06.2004)

various (OST) - Barbershop 2 - Back In Business (Interscope 2004)

Barber Shop

Warum lauft bei uns nicht so etwas im Frisör? Und warum sind die Ladies nicht so cool, wie EVE von der Ruff Ryders? Aber wir sind ja auch nicht in Chicago! Der Film ist sicher ein Abend zu hause mit Freunden wert, um gemeinsam den Abend rum zu kriegen, aber irgendwie lasse ich mich lieber von meinen Homiez ablenken als den Film gespannt zu verfolgen. Die musikalischen Zwischenspiele reichen immer für einen Kopfnicker und manche würden auch im Club laufen. Der Vorspanntrack ist allen schon aus den Clubs bekannt und befindet sich nicht auf dem Sampler. Einige andere Songs sind ebenfalls nur im Film vertreten und nicht mit dem Vinyl identisch. Die Auswahl auf dem Vinyl ist von Soul bis Dirty South recht gut abgestimmt, aber insgesamt kann er nicht überzeugen. Meine Favoriten sind G-Unit – "Unconditionally" und Outkast Ft. Sleepy Brown – "I Can't Wait". EVE als Blondine ist auch mal was oder?

R.D.

various - "Cradle 2 The Grave" (Bloodline/Warner Bros.)

Cradle 2 The Grave

Nachdem ich durch die Medien und den Vorab-Single-Kracher "X Gon' Give It To Ya" (schon fünf Wochen in den Top 3 unserer Charts, inklusive Platz 1) auf ein neues DMX-Album vorbereitet wurde, war ich im Lieblingsplattenladen erstmal enttäuscht, wegen der Marketingtäuschung, der ich erkegen war. Es handelt sich in Wirklichkeit um den Soundtrack ( "Music from and inspired by" ) zum Film "Cradle 2 The Grave" , in dem DMX an der Seite von Jet Li seine Schaupielerkarriere fortsetzt. Den Bookletfotos nach zu urteilen, scheint es im Film reichlich Aktion und Effekte zu geben - natürlich auch eine junge Schönheit (nein, nicht DMX). Aber zurück zur Musik. Los geht's mit "X Gon' Give It To Ya" , weiter mit einem Eminem-Feature, so dass ich dachte, ich wär in "8 Mile" gelandet; klingt irgendwie alles gleich heute. In Baazar Royale's Stück werden reichlich Gitarren geschrubbt. 50 Cent (auch hier), C.N.N.(!), M.O.P., Joe Budden, Clipse und der Newcomer Baby sorgen dann doch für Abwechslung und soliden HipHop. Leider sind einige langweilige Stücke darunter, z. B. "Do Sumptin" von Comp, die den Genuss trüben. Auch die Ballade von Foxy Brown - an sich ganz nett - passt nicht so recht auf diese Platte. Insgesamt gibt es sowas wie eine Drei von mir.
(L.M. - 07.03.2003)

various - "Ground Original Level 1" (fatbeats)

"Ground Original Level 1" enthält laut Booklet keine Dance Tracks, R&B Songs, Rock/Rap, Neo-Soul, Ecclectic Crap, Catchy Jingles, Wannabe Turntablist Tracks, Singing Thugs oder Wack MCees. Das stimmt. Diese Compilation ist die feinste Auswahl an "real" HipHop, die man zurzeit kaufen kann. Die Zutaten sind Lyrics, Beats und Scratches produziert vom DJ JS1 sowie DUB-L. Die Texte stammen mehrheitlich von Untergrund-Rappern; darunter die bekannteren Royce da 5'9'', KRS-One, Masta Ace und andere. Ausserdem gibt es einen Auftritt von Altstar Big Daddy Kane. Insgesamt hört man 31 Rapper! Dann kann man schon mal das Gefühl bekommen, man wäre auf einer Jam oder vielmehr einem Festival. Ich empfehle wöchentliches Hören als sicheres Mittel, um nach dem Konsum von Ja-Rule, FatJoe, DME, Xminem, LLJ-Ls, hOAn AtK, ilelyCololn ad, 50Rew Cont, R.Sahll K, ygegS, yonlelDgog, JopodoreM teh mna... verwirrt - HipHop kann die Welt gerade rücken!
(L.M. - 07.03.2003)

Various - More Music From 8 Mile (Shady/Interscope)

Sicher werden viele von Euch Eminems "8 Mile" im Kino sehen oder gesehen haben. Mein Fall ist das nicht; auch die neuen Tracks gefallen mir nicht. Aus dem 8-Mile-Soundtrack mag ich nur "Battle" von Gangstarr und das hervorrangende "Wanksta" von 50 Cent.
  Im Film gibt es jedoch noch mehr Musik. Und zwar diverse Klassiker, die dankenswerterweise auf Vinyl gebannt wurde. Wer "C.R.E.A.M." vom Wu Tang Clan schon immer noch als Platte gesucht hat, könnte hier erstmal zufrieden sein. Ausserdem sind dabei: Mobb Deep, Notorious B.I.G., Naughty by Nature, Outkast, Pharcyde und andere (übliche Verdächtige).
  Insofern nichts neues. Aber eben rares Material. Und noch etwas ist bemerkenswert: Endlich hat sich mal wieder jemand getraut, zwölf Tracks auf eine(!) 12inch zu bannen! Weiter so! Das ganze gab es für faire 14,50 Euro beim Händler meines Vertrauens.
(L.M. - 13.01.2003)

Various – Rap City Berlin (2005 Mantikor)

Various - Rap City Berlin

Ja, Big City Berlin ... Haupstadt der Politik, Hauptstadt der Bundesrepublik ... Haupstadt des Rap ... und wie in jeder Stadt gibt es auch ein paar dreckige Ecken, in denen man sich nicht so gerne aufhält. Man möge denken, diese wären rar, aber der Darstellung der Rapper zufolge, ist die Stadt echt das härteste und böseste Pflaster des Landes. Das mag vielleicht keiner bezweifeln, doch weshalb damit mangelnde Kreativität oder musikalische Qualität gerechtfertigt wird, bleibt weiterhin fraglich.

Auf zwei Doppel-CDs sammeln sich so ziemlich alle bekannten Berliner "Underground"-Acts. Bedeutet aber widerum, jemanden wie Savas findet man hier diesmal leider nicht ... zurecht vielleicht. Sicher ist es schwer in einer so großen Stadt, so viele verschiedene Acts unter einen Hut zu bringen, komischerweise sind es aber nichteinmal die Stile, die sich schwer vereinen, sondern der Fakt, das sich die beteiligten Künstler nicht wirklich von ihrer besten Seite zeigen -- schade eigentlich.

Hervorzuheben sind lediglich Tracks von Mach One, King Orgasmus & Godsilla (auf einem der besten Beats seit langem aus Berlin), Battle Rapp, Teroa Team, DeinEltan, Big Bud, Fraunarzt (mit dem absoluten Partyknaller "Hunnies im Club"), Smexer, Prinz Porno (wie so oft in Höchstform), Main Theme, 82EE.

Für einen Einblick in die "nächste" Generation der Berliner (auch wenn viele, wie Orgi etc., schon Veteranen sind) sicher empfehlenswert, auch wenn nur einzelne Tracks wirklich das ganze Potential der Stadt offenbaren und andere, schon etablierte, hinter ihren Möglichkeiten bleiben.

FauAhBee

Vit-Armin B – Spitter Sport II "Lauschmasche"

Hinter einem eher gewöhnungsbedürftigen Cover (der Druck ist leider von mäßiger Qualität) verbirgt sich eine prallvolle CD, gefüllt mit Battle-Raps auf wohlbekannten und weniger bekannten US-Beats. Verantwortlich dafür ist Vit-Armin B, der gelegentlich durch seine Crew Turappsyndrom unterstützt wird. Solche Tracks sind dann auch die Highlights der CD, zum Beispiel "Deutschrapavantagarde" mit Firmament oder Opferparty mit Eike. Allerdings steht auch Vit-Armin B alleinen seinen Mann.

Die Instrumentals sind sehr gut ausgewählt und treffen wenigstens meinen Geschmack sehr gut. Zum Teil enstehen richtige Coverversionen, wenn auch der originale Rapstil nachgeahmt wird. Gelentlich artet es zur Parodie aus und wird so jede Party rocken. Übrigens wird deutsch gerappt, falls das unklar war :-) Eine Mix-CD ist es nicht, aber trotzdem wurde auf Pausen zwischen den Tracks verzichtet, was gut gelungen ist. Im Prinzip kann man die CD so wie sie ist gut durchhören. Nur gegen Ende dann ...

Gut, über 70 Minuten Rap ein hohes Niveau zu halten, gelingt nicht jedem. So entseht nach einer drei viertel Stunde der Eindruck, dass das gesamte verfügbare Material gebrannt wurde. Schade auch, dass auch dieser Rapper nicht ohne Pornografie auskommt. Klingt komisch – Pornografie? Naja, wie soll man das sonst nennen, wenn es expilizit wird und man die CD lieber nicht mit seinen Eltern anhören will? Ist ja nicht so wild und, ja ja, wir kennen das von Snoop & Co, aber so amüsant wie Sido kann Vit-Armin B (noch) nicht über seine sexuellen Praktiken mit diversen Bitches erzählen.

Das soll aber nicht die guten Teile in Abrede stellen, verstecken muss sich Vit-Armin B jedenfalls nicht. Und ich denke, er hätte es auch nicht nötig, seine CD zu verschenken (Aber wer kauft schon Musik?). Um die Musik herum sollte die Qualität noch gesteigert werden und irgendjemand sollte ein paar dicke Beats machen. Dann wird das was.

Darüber und mehr werde ich mit Armin und Co reden, sobald wir unsere Terminprobleme gelöst haben :-). Sobald es soweit ist, werde ich hier darüber berichten!

Will Smith – Lost & Found (2005 Interscope)

Will Smith - Lost And Found

Big Willie Style für 2005! Wilburt Smith kehrt nach einer 3-jährigen Abstinenz und nach einem sehr schwachen Vörgänger-Album zurück, um zu zeigen, dass man immernoch seine Einheiten los wird, ohne dabei in politisch unkorrekte Sprachgepflogenheiten abzurutschen.

Beat-technisch Will Smiths bestes Album, rhyme-technisch Will Smiths beste Leistung. Lost & Found ist verdammt abwechslungsreich und heiß, für die harten Jungs schon Bouncer-Beats und für die Ladies die üblichen Schmusesongs.

Keine All-Time-Greatest-Platte, aber sicher eines der besseren Ami-Rap-Alben, vorallem da er einen ausgezeichneten Spagat zwischen zu poppig für den Club und zu ruff fürs Radio macht. Er ist immernoch so fresh wie der alte Prince, aber nun wirklich ein wenig ausgereifter, ohne zu biten bleibt er seiner Linie treu! "Why should I Sound Like Y'All Sound" (in "Lost & Found" dem Titeltrack)

FauAhBee

Wordsworth – Mirror Music (2004 Halftooth)

Wordsworth – Mirror Music (2004 Halftooth)

OMFG! Was ist das nur für eine Hammerscheibe! Ja Sorry, gleich mal das Urteil vorweg, ABER! Schmeisst alle 50 Cent-Stücke zusammen und kauft euch von dem was rauskommt dieses Album!
Von den Beats bis zu den Texten einfach genial!

Wordsworth bedient jegliche Themenfelder die man sich auf eine Rap-LP nur wünschen kann. Smart werden Gegner gebattlet, natürlich ohne dabei auf ein "bitchiges" Niveau zu rutschen, streetwise werden Geschichten aus seinem Leben erzählt, von Sozialkritik bis zur Selbstironie alles dabei. Die Ex-Freundin wird auf die Schippe genommen, doch auch die Kritik an der eigenen Person bleibt nicht aus. "Mirror Music"! Der Name ist Programm, eine verdammte ehrliche Platte (zumindest vermittelt der MC sein Innenleben exzellent).

Produktionstechnisch pendelt es zwichen den goldenen Zeiten der 1990er Pete Rock-Releases und den High-Tech Masterin und Mixing Künsten eines Dr. Dres und den Mastering-Künsten der Sterling Sound Studios. Bei einer solchen Platte kann ich manchen HipHop-Kritikern recht geben, wenn schon biten, sollte man sich mehr solchen Raps zuwenden als dem Club-Shit ... diese Platte hat enormes Potential, manche Szene-Abtrünnige wieder zurück zu bekehren.

Alle Texte sind im Booklet abgedruckt, somit wird der Zugang zu den sehr komplexen (vorallem Rhymen-tehnisch) Texten erleichtet. Take it!

FauAhBee

Wyclef Jean – The Preacher's Son (Clef/J Records)

Oh Mann, nun ist schon 2004 und ich höre Wyclef's “Precacher's Son” zum ersten Mal. Von seinem letzten Wer war ich ja etwas enttäuscht, so dass ich beim Kauf noch zweifelte; obwohl mit „Industry“ und „Party To Damascus“ zwei wunderbare Maxis bereits dauer-rotierten. Der Titel deutet auf eine Art von Autobiografie, das wäre wohl übertreiben, aber Wyclef zeigt auf wunderbare Art, sein Talent vor und hinter dem Mikro. Gemeinsam mit Clive Davis und Jerry Duplessis, schon zwei Schwergewichte, hat er das komplette Album produziert und sich hervorragende und vielfältige Gäste eingeladen. Vielfältig ist das Album wirklich, aber Jean schafft es hervorragend einen roten Faden zu halten. Los geht es mit dem kritischen Bericht über die HipHop- und Musik-„Industry“ in feinstem, deepen HipHop-Beat. Bevor man in Melancholie verfallen könnte, rockt Missy Elliott eine „Party To Damascus“. Und dann folgen die Höhepunkte der Doppel-LP. Mit Patti LaBelle wird die gute Laune zelebriert. Carlos Santana weckt Erinnerungen an den Superhit „Maria“ und zeigt, dass es vor allem für uns Hit-Verächter noch besser geht. Die wunderschöne Ballade „Baby“ wechselt mit Sommer-Sonne-Laune-Titeln mit Wanye Wonder und Buju Bantu. Ohne dass er Hörer es so richtig merkt, reitet Wyclef auf der Dancehallwelle. Der Titel „Preahcer's Son“ lässt mehr erwarten, als gute Stimmung, perfekte Melodien und harmonischen (Sprech-)Gesang. Tracks wie „Who Gave The Order“ oder „Rebel Music“ untermauern Jeans Anspruch, als Erbe der Fugees und gutes Gewissen des HipHop wahrgenommen zu werden. Bleibt noch zu erwähnen, dass auch Reggae-Fans mit diesem Album gut bedient sein werden.

Xzibit – Weapons of Mass Destruction (2004/BMG)

Xzibit - Weapons of Mass Destruction

Yeah, ein Neues Xzibit Album! Oops ... gar kein Dre-Beat ... kein Snoop-Feature? Kein Likwit-Crew-Feature? Wo sind Defari und Tash? Das kann ja was werden ... na ja, rein damit in den Player ... Aufs erste Hören hin, scheint X's Platte noch mehr Westcoast zu sein als das schon grandiose Debüt von The Game, der G-Funk scheint hier noch ein letztes mal durch Fred'Wreck und Jelly Roll aufzuleben, dennoch wirkt X auf dem Opener "The Lax" ziemlich gelangweilt und verführt zum ersten Skippen ... Kurz bevor der Finger aber auf "Forward" wandert kommt schon "Cold World", ein wirklicher Killertrack, es scheint, X verfolgt ein Konzept mit den Tracks im Bezug zum Titel. Diese Vermutung relativiert sich schnell wieder bei Tracks wie "Muthafucka" und "Hey Now" dennoch laden die Tracks voll und ganz zum mitviben und abgehen ein.

Xzibits Massenzerstörungswaffe soll eine Bombe sein ... sie zündet langsam, but eventually this bitch blows it all up. Scheint als wenn X, der sich ja relativ isoliert von seinen alten Kollegen (Dre, Snoop, Em etc.), wieder zu seinen Wurzeln findet und mehr Stories zu erzählen hat als solche an den Haaren herbeizuziehen wie er Frauen an den Haaren herbeizieht. Mal schaun was die Zukunft bringt, auf jedenfall ist X nun ein vollkommenerer Artist als zuvor, da er Top-Alben auch ohne den Support von Big Names droppen kann.

FauAhBee

Ying Yang Twins – United States of Atlanta (SPV 2005)

Ying Yang Twins - United States of Atlanta (SPV 2005)

So so ... Twins also diesmal ... die Down-South-Welle die nun schon seit gut 3 Jahrn anhält, bringt so einiges an seltsamen Gestalten hervor. Ich frage mich, während ich diese LP höre, ob es sich nicht um 4 Member in der Band handelt, denn irgendwie lässt sich eine gewisse Shizophrenie erkennen beim Versuch, mal Thugged-Out Gangsta-Pimp zu sein, dann aber wieder so dermaßen soft zu kommen, das sman wirklich dazu neigt das Radio abzudrehen ...

Die Twins sind nicht grad die besten MCs, sie haben gute Stimmen, okaye Produktionen, aber auf jedenfall ein Gespür dafür, wie man was verkauft. So versuchen sie jede erdenkliche Niche zu bedienen und featuren sogar den Maroon 5 Frontmann.

Sicher, die Single war schon cool, hammer innovativ ... aber irgendwie ist das ganze mehr ein "Produkt" als ein wirkliches Rap-Album ... na ja, wem's gefällt.

FauAhBee

Zion I – True & Livin' (2005 Live Up)

Zion I - True & Livin'Hui! Was geht'n?! Wieso muss ich so an A Tribe Called Quest denken, wenn ich den ersten Track dieser wundervollen Albums höre? Vielleicht liegt es am Reimstil und den melodischen Beats, die reichlich instrumentale Unterstützung erfahren. Da hören wir Trompeten. Violinen, Gitarren, Saxophone etc. pp. und nichts davon stört oder drängt sich auch nur in de Vordergrund. Da stehen alleine die Geschichte, die Amp Live und Zion zu erzählen haben. Ein bisschen weniger Interlude hätte gut getan, aber das Positive überwiegt. Ganz großen Kino!

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