Peter P. – Geschichten aus der Stadt (2005 Blueblunt)
Da ist mir mal nen Album aus Leipzig unter die Ohren gekommen, von einem Menschen der sicher auch in MD manchen ein Name ist. Peter P., damals bekannt als Marcus B., hat ein kleines Album gemacht, was man unter www.blueblunt.de beziehen kann.
Also hören wir mal rein. Spontan fällt mir doch auf, dass der Sound erfrischend groovig und chillig ist, keine brutalen Synthies, nichts was sich brutal in den Schädel hämmert, just smooth. Der Name des Albums ist zum größten Teil Programm. Es werden interessante Geschichten erzählt in einer sehr ruhigen Art und Weise. Es geht um Menschen an sich und die Texte wirken durchdacht. Dazu gibs gute Reime und einen ausgereiften Flow. Es sind auch einige Battle-ähnliche Tracks drauf, die sind auch gut, aber machen nicht den Hauptreiz des Albums aus. Man kann in den chilligen Beats, mit entspannten Gitarren, Samples, sanften Drumsets und den Lyrics einfach mal entschwinden um abzuschalten und die Musik wirken zu lassen.
Das Album des noch sehr unbekannten Künstlers erinnert mich zwar streckenweise ein wenig an Blumentopf vom Style her, dennoch ist es sehr erfrischend und der etwas anspruchsvollere Hörer deutscher Rapmusik, wird auf seine Kosten kommen und findet in dem Album ein kleines Juwel was das reinhören echt Wert ist.
www.blueblunt.de.
Se-Pimp-El
Pal One – Palwolf (2005 Starting LineUP)
Pal One tötet das Universum ... eine der markantesten Stimmen des deutschen Raps droppt nach über 10 Jahren im Biz sein Debüt.
Er ist ein Beispiel dafür das sich die Pole Hambug, Stuttgart, Berlin, München langsam verschieben, Städte wie Pals Heimat Mannheim sorgen in den letzten zwei Jahren für immer mehr Aufruhr, zu "His Madness" (wie sich Pal selber nennt) gesellen sich Leute wie Sprachtot um die Fahen hochzuhalten.
"Palwolf" ein Name der gleich das ganze Konzept der Platte offenlegt. Es geht um den Wolf in jedem Mensch speziell aber um Pals dunkle Seite bzw. seine Ängste, Hoffnungen und seine Frustration über die Szene und ihr "Wirtschaftsdenken".
"Deutschrap bitte geh in die Knie, 'cause I wanna be the most hated MC" kann als Motto verstanden werden.
Nicht das er sich diesen Ruf durchs Dissen holen will, sondern eher durch sein Verhalten und seine Attitüde, die sich durchaus von der anderer angesagter deutscher MCs unterscheidet.
Hier geht einer seinen ganz eigenen Weg, bewusst, dass dieser auch in eine Sackgasse führen kann.
Pal wirkt sehr true in seinen Texten und hält sie überwiegend nachdenklich, teilweise sind seine Bilder aber auch sehr schwer zu verstehen, so das diese LP ihm wohl keinen Stammplatz im Mainstream bringen wird.
Die Beats sind auch sehr langsam, funky und soulig gehalten, eine wahre Erfrischung im Gegenzug zu dem immer populärer werden Bounce-Sounds ala Beathoavenz.
Credits gehen überwiegend an Sti und Brisk Fingaz, bis auf Mnemonic und Joy Denalane gibt es auch keinen weiteren Features; just Pal.
Das Album ist wirklich gut, nur wird es nicht jedem gefallen. Leute denen smootheren HipHop gefällt und die gern mal mit dem Kopf hören sei das Album ans Herz gelegt, keinen platten pseudo-deepen Phrasen, sondern einfach die Suche nach der Antwort auf die Frage "Wer ist Mensch hier?"
FauAhBee
Pharcyde – Humboldt Beginnings (2004)
Can't keep running away ... so erwischt mich mittlerweile erst beim vierten Album der Pharcyde-Virus. Inhaltlich zwar eher auf den Konsum von grünem Illegalen beschränkt, entwerfen die beiden MCs ein musikalisches Konstrukt, was in Zeiten von Scott Storch regierten Clubs, seines Gleichen sucht. Da ich glaub, die Platte nicht verstanden zu haben, sie mir allerdings dennoch sehr gefällt, halt ich die Review mal sehr kurz und empfehle sie jedem, der noch einmal 5 Jahre zurückkehren will und in der Strassenbahn wie wild Kopf nicken will, damit die Omas komisch gucken ;)
FauAhBee
Plätter Pi - Führt mich zum Schotter (2006 Big Bud)
Die einzige Alternatvie die es gibt
(aus dem Intro der CD). Während The Game mit seiner Documentary vollmundig kund gab das die "Westcoast" "back" sei, kann man das auf Plaetters neuestes Album ungefähr so ummünzen: "Westberlin ist zurück"!
Das Ganze nicht etwa auf die von vielen Unwissenden vielleicht erwartete extra-harte Schiene, sondern sehr sehr smoove. Genauso wie man es vom John Travolta Berlins erwartet hätte. SWED, Michael Mic, Jaime, DJ Proof & sogar Sha-Karl schustern Plaetter dabei ein sehr chilliges musikalisches Gewand, in dem er seine Liebe zu Frauen & Fußball hervorragend zum Ausdruck bringen kann. Sicherlich geht er hierbei nicht mit der extremsten Reimtechnik oder Abermillionen Doppelreimen an die Sache heran, jedoch besitzt er genug Charisma das sein Style auch ohne diese Accessoires den Weg ins Ohr der Hörer findet.
Garant dafür sind auch die heftigen Ohrwürmer die sich hinter Liedernamen wie "Studio 54" mit Sha-Karl, "Heute Nacht" mit She-Raw und "Ohne Dich" mit Victor Moreno verstecken. Wie erwartet wird natürlich kräftig Eigenlob gesammelt, was zwar bekanntlich stinkt, aber im Falle Plaetters mehr fresh & clean rüberkommt. Dem harten Untergrund Fan wird diese cleaness vielleicht stören, jedoch muss man Big Bud für die stetige Steigerung in ihren
Produktionen einfach loben, vorallem in Anbetracht dessen das diese alle in Handarbeit aufgezogen werden. Bemerkenswerter Track ist "Alles was ich hab", der auf unerwartet fresh und verdammt ehrlich daher kommt und das Album wirklich thematisch rund macht.
Last but not least eine Anmerkung zum Cover, welche die Evolution des Plaetter Pis darstellen soll und darauf anspielt wie er aufgrund des vielen "Schotters" bzw. seines Gewichts gebückt gehen muss. Den Kopf einziehen muss er mit einer solchen LP bei weitem nicht, jedoch wird es wohl noch eine Weile dauern bis er wirklich im "Rap-Star Olymp" ankommt. Zu wünsch wäre es ihm und weit scheint der Weg ab hier nicht mehr zu sein.
Fazit: Für alle Fans von Big Bud und Plaetter ein absolutes muss, für alle anderen die vielleicht genug haben vom "harten" Rap "die einzige Alternatvie die es gibt" (Intro), zumal man sich auf nen ganz besonderen Leckerbissen als Bonus freuen kann.
FauAhBee
Prinz Porno – Geschriebene Geschichte 1998–2005 (2005 No Peanuts)
1998, als der Dicke Saumagenesser endlich abgewählt wurde und das Land in eine neue Zeit aufbrach, begann auch die Geschichte des Prinz Porno, auf dass der deutsche HipHop ein neues Level erreichen sollte. Das Prinz Porno sieben Jahre später (interessanterweise wechselt wieder die Regierung), immer noch zum HipHop-Underground zu zählen ist, kann eigentlich nur daran liegen, dass er selbst das so will. Nun, mit einem Best-of-Album in der Vorweihnachtszeit, wie es nur die Großen des Biz tun, kann sich diese Einstellung ja ändern. Man darf gespannt sein.
Prinz Porno als Rapper (mit Kick, Biztram, Beatzarre, Mixrastamüller, DJ Luke, Q, Romanzn und wiederum Prinz Porno als Beat-Produzenten) schafft es geilen HipHop in deutscher Sprache mit ernstzunehmenden Texten zu machen. Das kann man erstmal so stehen lassen. (Pop)Musik gibt dem Konsumenten das Gefühl, dass er mit seinen Gefühlen, Gedanken und Problemen nicht allein auf der Welt ist, dass da ein Ventil für den Frust ist. Deswegen ist "The Message" (Grandmaster Flash & The Fourious Five MC's, 1982) ein so großer Song. Und deswegen ist der dumme, reine deutsche Battle-HipHop-Rap so verpönt.
Zurück zu Prinz Porno. Wenn man eine Rezension schreiben möchte und die CD (zum Glück keine Snippets) einlegt, dann erschrickt man bei der Anzeige "40 Tracks, 79 Minuten 57 Sekunden". Es gibt CDs, da erreicht man das Ende nicht und fühlt sich wie Prinz Porno in Mondlied (1998): Mein Zimmer kommt mir vor wie mein eigener Geiselgangster
. Das ist hier nicht so. Der Querschnitt aus 18 CDs und Tapes der letzten sieben Jahre garniert mit drei neuen Titeln, ist zwar kein Überalbum und versteckt auch ein paar Hänger, ist aber dafür abwechslungsreich und interessant bezüglich der Entwicklung von Prinz Porno. Der Graph im schön gestalteten und diskographisch informativen Booklet zeigt für 2006 steil nach oben. Nicht nur Rapper dürfte es interessieren, Pornos Entwicklung im Flow und Text nachzuvollziehen. Mir gefallen die früheren Werke mit so genialen Zeilen wie Wieso bin gerade ich immer unglücklich verliebt?
(erneut aus Mondlied) oder Warum ist so etwas schönes so schlecht?
und Adolf Hitler seine Ufos kontrollieren die USA / Bill Gates ist nur ein Klon von Pablo Escobar
aus Keine Liebe (1998) etwas besser als seine jüngeren Tracks. Die Zeilen sind pointierter und die Beats irgendwie gerader, hören sollte man auf jeden Fall die ersten Zeilen von Soziale Kontakte (1999). Dafür werden Flow und Technik mit der Zeit weiter ausgefeilt und immer noch einen Tick besser.
Trotzdem, deswegen, ist Prinz Porno definitv ein Highlight in der deutschen Rap-Landschaft. Seine Texte heben sich wunderbar ab vom Battle-Einerlei, vermitteln jedoch die Art von Härte, besser Energie, die viele Hörer sich wünschen, aber bei manch anderen deutschen Rappern nicht bekommen.
Anfang 2006 soll das nchste richtige Album herauskommen. Mehr auch unter www.prinzporno.biz.
Prinz Porno – Teenage Mutant Horror Show (Buckwheats Music 2005)
Porno is back! Es hat ein bisschen gedauert, aber Pornos neues Soloalbum ist auf Buckwheats erschienen. Es heisst Teenage Mutant Horror Show und das zu recht.
So kriegt man ein Album, auf dem in den Tracks Konzepte stecken, die sich hauptsächlich mit der Jugend an sich, der Gesellschaft und Pornos eigener Jugend beschäftigen. Wobei das Album randvoll gepackt ist, so sind 13 Beats von den Kindern des Zorns neu berappt worden, 4 von den 13 wurden geremixed und noch dazu steuerte Biztram 5 völlig neue Tracks dazu. Und was soll man sagen, Prinz Porno hat nicht nur Talent, er nutzt es auch. So kriegt man fast ausnahmslos guten Rap in meist ziemlich durchdachten Texten, die zudem ehrlich und glaubhaft sind. Es ist halt NICHT der Standard Berliner Rap. Es sind auch ein paar wenige Representer-Tracks drauf, diese füllen aber dieses randvoll bepackte Album gut auf. Die Beats sind allesamt gute Kopfnicker und die Remixe sind gut, aber warum 4 Remixe von Tracks die auf dem selben Album sind?
Und so liefert Porno ein Hammer Album ab, in dem vor allem Tracks wie "Würfel", "Schöne neue Welt", "Teufel im Schafspelz" absolute Highlights darstellen und dringend mal ausgecheckt werden sollten. Also alle die gern mal genauer hinhören und nicht nur bouncen und Bitches ficken wollen: Kaufen! Kaufen! Kaufen!
pimpel
Prinz Porno – Zeit ist Geld (LaSan Entertainment 2005)
"Welcher deiner Freunde schafft 3 Alben in einem halben Jahr, ..., außer Pee macht das keiner klar" (Esko in außer Pee). Ja und da ist es, das nexte Album dieses Jahr, und man erwartet einiges es ist ja Prinz Porno, Beats kriegt er auf diesem Album von Biztram, Beatzarre, Djorkaeff, Yaneq und Günnar, welche insgesamt 19 derbe Beats geliefert haben. Es gibt Features von Seperate , Jonarama, E-Rich, Esko, 82EE und Kid Kobra. Es ist ein randvoll gepacktes Album mit 19 Tracks und 5 lustigen Skits.
kommen wir zum Akustischen Teil: Es geht los mit melodischem Klavier, einem echt chilligem Beat und einem Introtrack, der gleich Lust auf viel mehr macht, und, verdammt, man kriegt mehr. Es gibt gleich mal einen guten Representer auf die Ohren, dicht gefolgt von einem Lied über zerbrochene Freundschaften und ähnlich zieht es sich durch das Album. Es wechseln sich Battle und Representer Tracks, von denen mehr auf dem Album sind als es manchen wohl recht ist, mit etwas sinnhaltigeren Geschichten ab (Schlusstrich, Trau dich, Generation Counterstrike). Reim und Flowtechnisch ist Pee nahezu Perfekt auf den Beats; es passt einfach alles, die Features sind gut gewählt und bereichern das Album auf jeden Fall.
Das Album ist so zum Ende des Sommers eines der qualitativ hochwertigsten Alben die erschienen sind und man sollte auf jeden Fall reinhören, spezielle Tracks zu nennen fällt mir schwer, da alle auf hohem Nivaeu sind, aber meine Favoriten sind: "Ausser Pee", "Waffenschein" und "gegen die Wand". Wer quasi ein randvolles Album mit gutem Deutschrap sucht, kommt an Pee wohl wieder einmal nicht vorbei, "Zeit ist Geld" kriegt eine definitive Kaufempfehlung!!! ;)
sepimpel
Pyranja - "Wurzeln & Flügel" (Dackel Enterprise)
Jetzt wird es kompliziert: Deutscher HipHop und das auch noch von einer Frau. Da gibt es eine Menge Klischees á la "Diese Frau hat etwas zu sagen" oder "Mit dem deutschen HipHop ist es vorbei". Ich denke HipHop aus Deutschland hat einen gehörigen Abstand zur US-amerikanischen Schwester, aber so pauschal sind solche Aussagen nie ganz richtig.
Pyranjas Album stammt von vielen Produzenten (leider liefert das Booklet keine Informationen dazu), so dass die Beats sehr vielfältig sind und keine Langeweile aufkommt. Die Texte erzählen viel aus Pyranjas Geschichte und aus ihren Erfahrungen im Leben im Allgemeinen und HipHop im Besonderen. Erwähnenswert sind die Features mit Curse und ItaloReno ( "Wer wir sind" ) und Fiva MC ( "Gegensätze" ). Man kann auch gut ohne dieses Album leben, aber 13 Euro in meinem Lieblingsplattenladen sind ein überaus fairer Preis für ein bisschen Atmosphäre wie auf einer kleinen Jam in den Anfangsjahren des (deutschen) HipHop.
Und wann fragt man danach, ob jemand "was zu sagen hat", wenn er ein Album macht? Und ist es von Bedeutung, dass hier ein weiblicher MC seine Künste zum Besten gibt? Wer's weiss kann sich ja bei mir melden
(L.M. - 07.03.2003)
Rapresidentz &ndash Zum Greifen nah (2006/Rough Trade)
Rapresidentz ist eine neunköpfige Combo aus Siegen. Was die Multi-Kulti-Truppe zu bieten hat, kann man ansatzweise am Cover erahnen. Dieses sieht nämlich professionell aus und lässt eben solche Musik erwarten. Das bei einer „9-Mann-Armee“, wie sich die Akteure selbst nennen, die CD randvoll ist, ist fast schon ein Muss. Ganze zwanzig Tracks mit einer Spielzeit von einer Stunde und achtzehn Minuten warten auf den Hörer.
Äußerlich gibt es also wenig zu beanstanden. Kommen wir zum Kern der Sache - die Musik! Das Hauptanliegen von „Rapresidentz“ dürfte klar sein: Rap der nach vorne geht. So verwundert es auch nicht, daß gut die Hälfte der CD clubfähigen Richtungen wie Representing, Battle und Frauengeschichten zu zuschreiben sind. Tracks wie *„Clap“*, *„So hot“, „Ratatatat“,* *„Meine Musik“* und *„9-Mann-Armee“* bringen diese Sparte gut herüber.
Gott sei dank kommen Stories und Themen nicht zu kurz. Ein Unterhaltsames, wenn auch etwas bizarres *„Ich weiß, was du letzte Nacht getan hast“* kann genauso überzeugen wie *„Es liegt in deiner Hand“*, daß Freundschaften thematisiert, oder *„Gnadenschuss“*, daß sich mit gewissen Notlösungen diverser Zeitgenossen befaßt. Ein *„Fick die Bullen“* dürfte sicher auch seine Freunde finden, aber irgendwie hat das ganze einen klischeehaften Beigeschmack.
Das instrumentale Niveau ist recht ordentlich. Schlechte Beats gibt es nicht, aber bei einigen stören Elemente, die zu sehr nach Homestudio klingen. Auf der anderen Seite gibt es allerdings ein knappes dutzend Beats, daß von A biz Z durchgestylt ist und sich vor nichts und niemanden zu verstecken braucht. Bei den MCs sieht es ähnlich aus. Während die einen fast tadellose Leistungen abliefern, gibt es andere, die ihr Potential noch nicht ausgeschöpft haben.
„Zum Greifen nah“ ist ein Album, das definitiv Höhepunkte hat. Was teilweise stört, sind die hier und da gebrauchten Standarphrasen, die das ansonsten gute lyrische Level etwas drücken. „Rapresidentz“ haben ihre Arbeit gewissenhaft erledigt, aber es dürfte immernoch Spielraum nach oben geben!
Firmament
Rhymin Simon – Kingpintin (RoyalBunker 2005)
Der Bunker ist Back und bringt nach einer Menge Streetalben und mehr oder minder erfolglosen Scheiben mal wieder 'n Album von einem der talentiertesten Jungs ihres Labels. Was erwartet man von einem Rhymin Simon Album? Er ist halt bekannt für Pornostyle und Battle. Man ist gespannt.
Und man haut das Album rein und und es fällt sofort auf das Biztram mal überaus fette Beats baut, Hölle das geht ab. Sehr gut gelungen ist die Reinterpretation von Big Pimpin gleich als zweiter Track ("Kingpintin"). Zum Inhalt kann man nicht viel sagen ausser: Porno trifft Battle trifft Porno trifft Battle, aber man muss zugeben das dieser Style zu Rhymin passt wie zu keinem zweiten. Die kranke Stimme und der sicke Flow sind einfach stimmig und passen auf die Beats. Was auch aufällt ist die gute Qualität der Produktion und des Mastering und Mixing, es passt alles.
Abschliessend bleibt nur zu sagen, dass es eins der besten Alben aus dem Bunker seit langem ist, vorallem die Beats sind dick. Über Inhalt lässt sich streiten und er ist Geschmackssache. Mir macht das Album Spaß und warum nicht mal ein bisschen (King)Pinten?
sepimpel
The Roots – The Tipping Point (Universal 2004)
Für alle Jungs, deren Freundin nicht so sehr auf diesen "Weite-Hosen-tragenden-Rum-Proll- Bling-Bling-Club" HipHop steht, sondern mal lieber ihren Kopf zu Rock schüttelt, sind The Roots wohl die Crew, auf die man sich bei einem gemeinsamen Konzertbesuch noch einigen könnte.
Nicht dass The Roots nun eine Alternativ-Kombo wären, aber ihr Sound ist einfach anders. Erfrischend anders, Power und zugleich ruhig. Keep up the Mindstate, Rap gegen Verblödung, HipHop ist mehr Wert als ein halber Euro. Schon interresant, wenn man weiß, dass Scott Storch, Producer unzähliger Hits wie "Candy Shop" etc. doch tatsächlich festes Bandmitglied ist.
Zur Musik lässt sich sagen, sie bleiben ihrer Linie treu, melodiös ohne zu schmalzig zu sein, Questlove produziert die Tracks zum ausruhen, Storch zum bouncen und Black Thought lässt wieder alle Styles der letztens 10 Jahre zu einer wohlbekömmlichen Rhyme-Orgie verschmelzen.
The Tipping Point ... liegt wahrscheinlich da wo die Roots hintreffen -- auf den Kopf des Nagels. Sehr Empfehlenswert
FauAhBee
Royce Da 5' 9'' - Death Is Certain (Koch 2004)
Na mit dieser Aussage hat er wohl nicht unrecht, aber das wusste ich schon vorher. Fast hatte ich schon sein Rap-Ende befürchtet, da er ja nun kein Album auf Sony raus brachte. Gerüchte besagten, dass Sony ihn abgesägt hat, weil die Umsätze einbrachen. Nun hat sich das Label Koch der Sache angenommen, die mittlerweile mehrere hochkarätige Künstler unter ihrer Hand haben. Ja wie ist nun eigentlich das Album? Das Rappen hat er drauf, DJ Premier hat auch wieder einen Track dazugesteuert, auch als Maxi draußen mit Namen "HipHop", ebenfalls auf Koch-Records. Anderen Produzenten kann man nicht ganz so viel Innovation nachsagen. Mit Features hat sich Royce 5'9'' stark zurück gehalten, nur drei Tracks haben einen Gastkünstler mit dabei. Ich habe die leise Ahnung, dass dieses Album auch nicht die Beachtung bekommt, die es dennoch verdient.
R.D.
Ruff Ryders – The Redemption Volume 4 (Ruff Ryders 2005)
Was die gibts noch? Sowas in der Art dachte ich als ich im Laden plötzlich die vierte "Ruff Ryders" Compilation in der Hand hielt. Ich war noch zögerlich, ob ich sie überhaupt mal anhören soll. "Swizz Beats is eh nich mehr so dope wie früher" Na ja, rinjehaun und mal gelauscht ... OHA ... was für'n Beat. Der erste Lox Track seit bestimmt 3 Jahren und ich bin erstmal platt, the team's still running! Nun beginn ich schon zu zweifeln das die CD den Standard halten kann. Es folgt ein Track mit Jadakiss, was schonmal sehr gut ist und ehrlich gesagt wieder ein weiterer Banger ist. Erinnert mich alles an die gute Zeit, als in Magdeburg Clubs noch gebuht wurde als R'n'B lief ... aber zurück zum Thema. Es folgt ein Drag-on Track. Auch von diesem jungen Mann hat man ja lang nix gehört. Nach seinem 2000er Hit "Spit these Bars" oder wie man ihn im Prinzz nennt "All my ladies run this AHAH" (lol!?) kam ja nich mehr wirklich fiel von ihm. Sein "Hell and Back" Album lief mehr so gar nicht als mässig und scheinbar hatte er sich gänzlich dem Film-Geschäft zugewand und will nun noch ein bissel für das Dough spitten. Hmm ich täusch mich mal wieder, Drag klingt geil ... I'm callin shots, you callin cops
. Okay 3 Burner in Folge, die CD hält das nicht lange durch.
Es folt ein Track von Infa-Red & Cross, auf nem Swizz Beat ... damn ... klingt wie damals 2000, nur ne Ecke fresher ... kaum zu glauben, der alte Sack kann es noch. In Gedanken freu ich mich schon auf den nächsten Track und auch hier wieder, geiler Beat, geile Raps (STYLES P PART ... DAMN). Nun folgt der Bruch, es kommt der erste Skit, der den Reggaeton Track von Nore einleitet ... welcher leider der absolute Absturz ist... na ja man kann sein Talent auch wegwerfen. Es geht dann leider etwas angeweaked weiter mit einem sehr soften Track und den scheinbar neuen Ruff Ryders wie Kartoon, klingt ein wenig wie die schlechten Tracks die '96 von der Westcoast kamen, als der Dogg Pound grad erfolgreich war. Oh man, dann auch noch ein Akon-Feature danach.
Vielleicht bin ich zu subjektiv, denk ich mir, der Anfang war für die Fellas, die richtigen Headz und das ist jetzt für die Ladies ... NEIN! Denk ich mir, das ist keine Ausrede. Die letzten 3 Tracks haben leider gar nichts mehr mit dem Sound der Ruff Ryders zu tun. Okay dann werd ich endlich erlöst ...die Single "Get wild" ... wobei nach dem ich zum zweiten mal die Hook höre skippe ich genervt weiter, ein leider schwacher DMX auf einem der langweiligsten Beats die Scott Storch seit langem geschraubt hat. Der alte Hund taugte sich aber scheinbar besser für die Single als Jadakiss und Co.
Jetzt folgt etwas erfrischendes, und das nicht nur weil im Beat ein Bier öffnen und eingiessen kunstvoll verarbeitet ist. Kartoon pour(s) ya blood in the streets
na dann Prost. Nun fühl ich mich wieder gestärkt weiter zu hören ... bäh ein R'n'B Track ... auffem Double-R Album. Klingt wie ne billige Version der schon bei Aftermath nicht erfolgreich gewesenen Truth Hurts ... nein danke. Oha, nochen Swizz Beat Ding ... Cassidy trifft auf Jin & J-Hood ... hammerding, sehr clubtauglich und lyrisch auch sehr sehr geiles Ding, irgendwie bin ich in anbetracht der ausfälle in der mitte aber doch ein wenig betrübt.
BOOM! Das nächste Lied haut mich wieder um, Drag-On in Bestform auf einem Halftime-Track.Okay mittlerweile beginn ich einzusehen das die dicken Lieder hier die Mehrheit darstellen, aber ich will mich noch nich geschlagen geben und beharre weiter auf dem Standpunkt das Double R nich mehr das gleiche wie früher ist ... na ja und die 4 leider sehr schwachen Tracks am Ende zeigen mir dann doch das ich leider Recht habe:/ Für alle Fans sicherlich ein muss, wobei es wirklich nur noch zusammengeklatscht wirkt ... ich hätte nie geglaubt, dass ich das mal sage, aber auf dem Sampler fehlt mir Eve.
FauAhBee
Rufmord – Reanimator (2005 Royalbunker)
Royalbunker-Streetoffensive ... das bedeutet Strassenkrieg, das bedeutet auf die Fresse für Toys und Wacks. Deutscher Rap ist tot? Wie gut das die Battlemiliz Rufmord den Re-Animator ins Rennen schickt. Wie man vom gleichnamigen Film vielleicht weiss, gehts mit den wiederauferstanden nicht mehr ganz so friedlich zu wie man es erwartet, aber wer braucht schon Frieden wenn man den "HURENSÖHNEN DAS MESSER IN DIE LUNGE" rammen kann. "Energie" würde Patrick Stewart alias Jean-Luc Picard sagen wenn er das Album hören würde, weil das hat es definitiv in Mengen. Die Beats tendieren vom Funk auf "Oh" hin zu fiesesm Synthi-Geschrammel auf "BMZ BANGER" garniert werden die Image-Killer Tracks mit sehr geilen Skits wie "Regentropfen" und "Viel zu tun".
Battlerap der feinsten Art mit allerfeinstem Humor .. ABER ... nix für Sissy's. Bleibt nur zu hoffen das er bald wieder was raushaut, wenn er nich grad mit "zeug und zeugs und zeugs" zu tun hat ;)
FauAhBee